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Die 10 bedeutendsten Klöster in Armenien

Armenien war 301 n. Chr. das erste Land, das das Christentum als Staatsreligion annahm — früher als das Römische Reich. Aus dieser frühen Entschlossenheit entstanden Klosterbauwerke von außergewöhnlicher Kraft: in Felsen gehauen, auf Klippen gebaut, im Gebirge versteckt, weit von den Invasionswegen der wechselnden Herrscher entfernt. Die armenisch-apostolische Kirche ist keine orientalisch-orthodoxe Kirche im strengen Sinne — sie ist eigenständig, mit einer eigenen Liturgie in Grabar (Alttestamentliches Armenisch) und einer ikonographischen Tradition, die griechische, syrische und persische Einflüsse vereint. Diese zehn Klöster bieten den besten Einstieg in diese Tradition.

1. Tatev, Provinz Sjunik

Das spektakulärste Kloster Armeniens steht auf einem Basaltvorsprung über dem Vorotan-Fluss, umgeben von tiefen Schluchten. Tatev wurde im neunten Jahrhundert gegründet und war zwischen dem zwölften und vierzehnten Jahrhundert eines der bedeutendsten Bildungszentren des armenischen Mittelalters — hier unterrichteten Theologen, Philosophen und Miniaturenmaler. Das Kloster ist heute über die „Wings of Tatev"-Seilbahn erreichbar, mit 5,7 Kilometern Länge eine der längsten einseitigen Seilbahnen der Welt (geöffnet täglich von April bis Oktober). Der mittelalterliche Gavazan-Pfeiler, ein freistehender Steinpfeiler mit Federmechanismus, diente als seismologisches Instrument und steht bis heute in situ.

2. Geghard, Provinz Kotayk

Geghard (armenisch: Lanzenspitze) ist ein in den Fels gehauenes Klosterkomplex aus dem vierten bis dreizehnten Jahrhundert, das 2000 von der UNESCO als Teil der Stätte „Kloster Geghard und oberes Azat-Tal" eingetragen wurde. Die Hauptkirche aus dem Jahr 1215 ist in Stein gehauen und kombiniert Kuppel- und Höhlenarchitektur in einer Weise, die weltweit einzigartig ist. Der Name verweist auf eine hier aufbewahrte Lanze (Geghard), die angeblich Christus am Kreuz durchbohrte. Geghard liegt 40 Kilometer östlich von Jerewan und ist der meistbesuchte monastische Ort Armeniens.

3. Khor Virap, Provinz Ararat

Khor Virap — auf Armenisch „tiefe Grube" — steht am Fuß des Ararat-Massivs, nur wenige Kilometer von der geschlossenen armenisch-türkischen Grenze entfernt. Die Klosteranlage überdeckt das Verließ, in dem Gregor der Erleuchter dreizehn Jahre lang eingesperrt war, bevor er König Tiridates III. heilte und das Land zur Bekehrung führte. Das Kloster stammt in seiner heutigen Form hauptsächlich aus dem siebzehnten Jahrhundert; die unterirdische Kapelle über dem Verließ ist für Besucher zugänglich. Der Blick vom Klosterhügel auf den schneebedeckten Großen Ararat (5137 m) ist einer der markantesten in der gesamten Region.

4. Noravank, Provinz Vajoc Dzor

Noravank liegt in einer engen roten Schlucht im Süden Armeniens, gegründet im dreizehnten Jahrhundert durch Bischof Hovhannes. Die Klosteranlage umfasst zwei Kirchen, die aus dem lokalen roten Sandstein errichtet wurden. Die zweigeschossige Kirche des Heiligen Johannes des Täufers (Surb Karapet) besitzt eine Außentreppe, die so schmal ist, dass sie senkrecht angebracht wurde — der Aufstieg ins Obergeschoss erfordert Mut und freie Hände. Der Bildhauer und Architekt Momik schuf hier im frühen vierzehnten Jahrhundert einige der feinsten Steinmetzarbeiten der armenischen Kunst.

5. Sevanavank, Provinz Gegharkunik

Das Kloster Sewanavank steht auf einer Halbinsel im Sewansee, dem größten Gebirgssee Armeniens. Die ursprüngliche Insel wurde durch die Senkung des Seespiegels in der Sowjetzeit zu einer Halbinsel. Die zwei erhaltenen Kirchen stammen aus dem neunten Jahrhundert; der Standort bietet einen außergewöhnlichen Panoramablick auf das blaue Wasser und die umgebenden Berge. Das Kloster ist ganzjährig zugänglich; die Touristensaison konzentriert sich auf Juli und August.

6. Haghpat, Provinz Lori

Haghpat und das benachbarte Sanahin bilden zusammen ein UNESCO-Weltkulturerbe (1996), das die mittelalterliche armenische Baukunst auf ihrem Höhepunkt repräsentiert. Haghpat wurde im zehnten Jahrhundert unter der Bagratiden-Herrschaft gegründet und enthält eine der bedeutendsten Sammlungen von Chatschkaren (Kreuzsteinen) in Armenien. Die Hauptkirche des Heiligen Zeichens (Surb Nshan) aus dem Jahr 976 ist ein Meisterwerk frühmittelalterlicher Komposition, das durch eine großartige Gavit (Vorhalle) aus dem dreizehnten Jahrhundert ergänzt wird.

7. Sanahin, Provinz Lori

Sanahin, wenige Kilometer von Haghpat entfernt, ist ebenfalls Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Das Kloster war ein wichtiges intellektuelles Zentrum und beherbergte eine der ersten Schulen Armeniens. Die komplexe Architektur — mit miteinander verbundenen Kirchen, einer Akademie und einem Glockenturm aus dem dreizehnten Jahrhundert — demonstriert den Entwicklungsreichtum der armenischen Klosterbaukunst. In der Nähe liegt auch das Geburtshaus von Anastas Mikojan.

8. Saghmosavank, Provinz Aragatsotn

Saghmosavank (Psalmenkloster) liegt auf einem Klippenvorsprung über dem Kasagh-Fluss, mit spektakulärem Blick auf die vulkanische Landschaft des Aragatsotn. Die Klosteranlage aus dem dreizehnten Jahrhundert enthält eine gut erhaltene Gavit und eine Kirche, die in die Kante des Plateaus eingebaut ist. Das Kloster ist besonders wegen seiner Sammlung von Manuskripten bekannt, die im Mutenaduran-Institut in Jerewan verwahrt werden. Saghmosavank ist von Jerewan in weniger als einer Stunde erreichbar und eignet sich für einen Tagesausflug.

9. Goshavank, Provinz Tavush

Goshavank wurde 1188 von Mkhitar Gosh gegründet — dem Juristen und Fabeldichter, der das erste armenische Gesetzbuch verfasste. Die Klosteranlage enthält drei Kirchen, ein Skriptorium und eine Sammlung von Chatschkaren von beträchtlicher Kunstfertigkeit. Der Chatschkar, der dem Mkhitar Gosh gewidmet ist, gilt als eines der schönsten Exemplare dieser einzigartigen armenischen Kunstform. Goshavank liegt im Nordosten des Landes, 20 Kilometer von Dilijan entfernt.

10. Hovhannavank, Provinz Aragatsotn

Hovhannavank steht auf einem Steilhang über dem Kasagh-Fluss, wenige Kilometer flussabwärts von Saghmosavank. Das Kloster wurde im fünften Jahrhundert gegründet und in seiner heutigen Form im zwölften und dreizehnten Jahrhundert ausgebaut. Die Gavit mit ihren Kreuzgewölben und dem zentralen Lichtschacht gehört zu den schönsten des Landes. Hovhannavank und Saghmosavank können bequem an einem Tag besucht werden; die Kombination ergibt eine der schönsten Klosterrouten Armeniens.

Plane deine nächste Tour

Die armenisch-apostolische Kirche erwartet von Besuchern bescheidene Kleidung (bedeckte Schultern und Knie); in aktiven Kirchen sollten Frauen das Haar bedecken. Fotografieren ist in den meisten Klöstern erlaubt, in der Kirche während des Gottesdienstes jedoch nicht. Der Sommer (Juni–September) ist die beste Reisezeit; einige Bergklöster sind im Winter durch Schnee schwer erreichbar. Nutzen Sie die Karte, um alle zehn Klöster zu lokalisieren und eine Route zwischen den Regionen Kotayk, Ararat, Sjunik und Lori zu planen.