Die 10 bedeutendsten Klöster in Bhutan
Bhutan ist das letzte verbliebene buddhistische Königreich der Welt. Der Vajrayana-Buddhismus — das tantrische Mahayana der Himalaya-Region — ist hier nicht eine von mehreren Religionen, sondern die Grundsubstanz der Kultur. Die Klöster (Goenpa) und Festungsklöster (Dzong) sind gleichzeitig religiöse Zentren, Verwaltungsbehörden und Symbole nationaler Identität. Die Mönche — Dratsang — wandern in roten und saffrangelben Gewändern durch das ganze Land; das Klosterleben beginnt oft im Alter von fünf oder sechs Jahren. Diese zehn Orte bieten den besten Überblick über das bhutanische Klosterleben.
1. Taktsang Palphug, Paro-Tal
Das Tigernest ist die bekannteste Kultstätte Bhutans und eine der beeindruckendsten Klosteranlagen Asiens. Der Komplex klebt an einer vertikalen Granitwand 900 Meter über dem Paro-Tal. Der Name geht auf eine Überlieferung des Meisters Padmasambhava (Guru Rinpoche) zurück, der hier im achten Jahrhundert auf dem Rücken einer Tigerin meditiert haben soll. Die heutigen Gebäude stammen hauptsächlich aus dem siebzehnten Jahrhundert, zerstört und wiederaufgebaut nach einem Brand 1998. Der Aufstieg zu Fuß dauert etwa drei Stunden; Pferde können bis zur Hälfte des Weges gemietet werden. Besucher benötigen ein bhutanisches Reisevisum und eine geführte Tour (obligatorisch für alle Ausländer). Im Inneren sind die Hauptheiligenschreine zugänglich; Schuhe müssen abgezogen werden.
2. Punakha Dzong, Punakha
Der Punakha Dzong — Palast des großen Glücks — steht am Zusammenfluss von Mo Chhu und Pho Chhu und gilt als schönster aller Dzongs in Bhutan. Im Winter residiert der Je Khenpo (Oberhaupt des bhutanischen Klerus) hier; im Sommer zieht er nach Thimphu. Der Dzong wurde 1637 vom großen Vereiniger Bhutans, Zhabdrung Ngawang Namgyal, erbaut und ist heute noch aktives Kloster und Verwaltungssitz. Das Tsechu-Festival im Frühjahr zieht Tänzer aus dem ganzen Tal an. Zugang über eine hängende Holzbrücke, die saisonalen Überschwemmungen ausgesetzt ist.
3. Trongsa Dzong, Trongsa
Trongsa Dzong kontrolliert den einzigen Bergpass, der Ost- und Westbhutan verbindet — strategisch einer der wichtigsten Punkte des Landes. Die Wangchuck-Königsdynastie, die Bhutan heute regiert, entstammt der Herrschaftslinie der Trongsa-Penlops (Gouverneure). Der Dzong ist ein labyrinthisches Ensemble von Tempeln und Höfen, das im siebzehnten Jahrhundert gegründet und im neunzehnten erheblich erweitert wurde. Das Lokalmuseum im benachbarten Ta Dzong erklärt Geschichte und Funktion der Festungsklöster Bhutans.
4. Tashichho Dzong, Thimphu
Tashichho Dzong ist der offizielle Regierungssitz und das religiöse Zentrum von Thimphu, der Hauptstadt Bhutans. Im Nordflügel residiert der Je Khenpo im Sommer; der Südflügel beherbergt das Thronsaalgebäude des Königs. Das ursprüngliche Gebäude aus dem dreizehnten Jahrhundert wurde mehrfach zerstört und in der heutigen Form im zwanzigsten Jahrhundert neu errichtet. Besucher dürfen den Außenhof tagsüber betreten (Öffnungszeiten: täglich 9:00–17:00 Uhr, außer während Regierungsveranstaltungen). Der Innenbereich ist nur während des Thimphu-Tsechu-Festivals öffentlich zugänglich.
5. Tango Goemba, Thimphu-Distrikt
Tango Goemba liegt auf einem Hügel nördlich von Thimphu und ist heute das höchste buddhistische Institut Bhutans. Das Kloster wurde im zwölften Jahrhundert gegründet und beherbergt heute eine Mönchsschule (Shedra) mit mehreren hundert Studenten. Der Aufstieg dauert etwa eine Stunde durch dichten Wald; das Kloster ist von einer ruhigen Atmosphäre geprägt, die von Thimphu deutlich abweicht. Tango ist für Wanderer geeignet, die den Trubel der Hauptstadt verlassen möchten.
6. Cheri Goemba, Thimphu-Distrikt
Cheri Goemba, 1620 von Zhabdrung Ngawang Namgyal als erstes Kloster unter seiner Herrschaft gegründet, liegt am Fuß eines Hügelzugs nördlich von Thimphu. Das Kloster beherbergt die Reliquien von Zhabdrungs Vater und ist eines der ältesten im Land. Der einstündige Aufstieg über eine Hängebrücke ist angenehm; das Kloster selbst ist aktiv und empfängt Besucher zu den Hauptgebetszeiten.
7. Gangtey Goenpa, Phobjikha-Tal
Das Gangtey-Kloster steht auf einem Hügel im Zentrum des Phobjikha-Tals, einem weiten Grasland auf 2900 Metern Höhe. Das Tal ist das Winterquartier der gefährdeten Schwarzhalskraniche (Grus nigricollis), die jedes Jahr im Oktober aus Tibet einwandern. Das Kloster — Hauptsitz der Gangtey-Tulku-Linie der Nyingma-Schule — wurde im siebzehnten Jahrhundert gegründet und in den 2000er Jahren umfassend restauriert. Das Schwarzhalskranich-Festival im November verbindet religiöse Rituale mit dem Empfang der Kraniche.
8. Lhuentse Dzong, Lhuentse-Distrikt
Lhuentse Dzong thront auf einem Felssporn hoch über dem Kuri Chhu-Fluss im Nordosten Bhutans. Der Dzong, Stammburg der Wangchuck-Königsdynastie, ist von der Straße aus eindrucksvoll sichtbar, aber nur zu Fuß über Steinstufen erreichbar. Er ist weniger besucht als die großen Dzongs im Westen und bietet eine ruhigere Atmosphäre. Das Innere ist aktives Kloster; Besucher sind willkommen, sollten aber bescheidene Kleidung tragen.
9. Kurjey Lhakhang, Bumthang-Distrikt
Kurjey Lhakhang im Bumthang-Tal ist einer der heiligsten Orte Bhutans. Der Komplex aus drei Tempeln umschließt den Felsen, an dem Padmasambhava im achten Jahrhundert meditiert und seinen Körperabdruck hinterlassen haben soll. Die älteste Kirche — direkt an den Felsen gebaut — datiert ins siebzehnte Jahrhundert; die neueste wurde 1990 von der Königinmutter errichtet. Das Kurjey Tsechu im Sommer ist eines der beeindruckendsten religiösen Festivals des Landes.
10. Drukgyel Dzong, Paro-Distrikt
Drukgyel Dzong, 1649 von Zhabdrung Ngawang Namgyal als Gedenkstätte für den Sieg über tibetische Invasoren errichtet, wurde 1951 durch einen Brand zerstört und steht heute als Ruine am oberen Ende des Paro-Tals. Der Standort bietet bei klarem Wetter einen direkten Blick auf den Jhomolhari (7314 m), den heiligen Berg Bhutans. Die Restaurierung der Ruine wurde 2021 abgeschlossen und ermöglicht eine Besichtigung des Außenbereichs.
Alle auf einen Blick
Alle Auslandsreisenden nach Bhutan müssen über zugelassene Reiseveranstalter einreisen und eine Tages-Mindestpauschale zahlen (derzeit 100 USD pro Tag, zuzüglich Visa und Steuern). Fotografieren in Tempeln ist in der Regel erlaubt, in aktiven Heiligtümern sollte man zuvor fragen. Bedeckte Schultern und Knie sind überall erforderlich; Schuhe vor dem Betreten von Tempel-Innenräumen ausziehen. Die Karte zeigt alle Dzongs und Klöster Bhutans mit Distanzangaben zwischen den wichtigsten Sehenswürdigkeiten.