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Die 10 bedeutendsten Klöster in Portugal

Portugal besitzt eine Klosterbaukunst, die eine der unverwechselbarsten Stile Europas hervorgebracht hat: den Manueliner, benannt nach König Manuel I. (1495–1521). Der Stil — eine Verbindung aus spätgotischem Flamboyant, islamischen Muqarnas-Motiven und nautischen Symbolen der Seefahrtszeit — ist an keinem anderen Ort so konzentriert wie in den portugiesischen Klosterbauten der Küste. Diese Klöster wurden mit dem Gold Brasiliens, dem Pfeffer Indiens und den Palmetten Angolas gebaut; sie sind die in Stein gemeißelte Autobiografie eines Weltreichs. Fünf der zehn hier aufgeführten Klöster sind UNESCO-Welterbe.

1. Kloster Batalha, Estremadura

Das Mosteiro da Batalha (Kloster der Schlacht) wurde nach dem portugiesischen Sieg über Kastilien in der Schlacht von Aljubarrota (1385) von König Johann I. als Dankopfer an die Jungfrau Maria gegründet. Es ist das vollkommenste Beispiel des manuelinischen Stils und seit 1983 UNESCO-Welterbe. Das Herzstück ist das Kapitel der Unvollendet gebliebenen Kapellen (Capelas Imperfeitas) — ein fragmentarisches, aber unvergleichlich dekoratives Oktogon, dessen Schlusssteine König Manuel I. nie fertigstellen ließ, weil das Geld und die Energie ins Jerónimos-Kloster in Lissabon flossen. Die Kirche beherbergt das Grab Heinrichs des Seefahrers.

2. Kloster Alcobaça, Estremadura

Das Mosteiro de Alcobaça ist das Mutterhaus des portugiesischen Zisterziensertums, gegründet 1153 von König Afonso Henriques — dem ersten König Portugals — als Erfüllung eines Gelübdes für seinen Sieg über die Mauren. Es ist seit 1989 UNESCO-Welterbe. Die Hauptkirche, im zwölften und dreizehnten Jahrhundert erbaut, ist die längste gotische Kirche auf der Iberischen Halbinsel und enthält die berühmtesten königlichen Grabmäler Portugals: die gotischen Sarkophage von König Peter I. und seiner ermordeten Geliebten Inês de Castro (beide aus dem vierzehnten Jahrhundert) — ein Liebesgeschichte, die Camões besungen hat.

3. Convento de Cristo, Tomar

Das Convento de Cristo in Tomar, seit 1983 UNESCO-Welterbe, ist das ehemalige Hauptquartier des Templerordens in Portugal und nach der Auflösung des Ordens 1314 in den Christusorden übergegangen. Die Charola — die kreisförmige Kirche der Templer aus dem zwölften Jahrhundert, um die der gesamte Klosterkomplex sich entwickelte — ist das älteste und ungewöhnlichste Element. Die manuelinischen Erweiterungen des sechzehnten Jahrhunderts, besonders das berühmte Chorfenster (eine der komplexesten Fassadendekorationen der Welt), fügen eine maritime und okkulte Symbolik hinzu, die einzigartig in der europäischen Klosterbaukunst ist.

4. Hieronymiten-Kloster (Jerónimos), Lissabon

Das Mosteiro dos Jerónimos in Lissabon-Belém wurde von Vasco da Gama nach seiner Rückkehr aus Indien 1499 angeregt und von König Manuel I. finanziert — direkt aus dem Gewürzhandel. Es ist seit 1983 UNESCO-Welterbe und das vollkommenste Meisterwerk des manuelinischen Stils. Der Südeingang der Kirche, entworfen von João de Castilho, ist ein Gewirr von Figuren, Schnitzwerk und Symbolik auf fünfzehn Metern Höhe. Das Kloster beherbergt die Gräber von Vasco da Gama und Luís de Camões. Die Gemeinschaft der Hieronymiten (Jerónimos) bewohnte das Kloster bis zum zwanzigsten Jahrhundert; heute ist es ein Museum.

5. Palastkloster Mafra, Estremadura

Der Palast-Konvent von Mafra, erbaut von König Johann V. zwischen 1717 und 1730, ist eine der größten Barockanlage der Welt — 880 Zimmer, 154 Statuen, 4500 Türen. Es war als portugiesisches Escorial gedacht und sollte Johanns Macht nach der Entdeckung brasilianischer Goldminen demonstrieren. Die Bibliothek des Konvents, eine der prächtigsten des achtzehnten Jahrhunderts, enthält über 36.000 Bände. Das Kloster war bis zum zwanzigsten Jahrhundert von Franziskanerbrüdern bewohnt. Seit 2019 UNESCO-Welterbe als Teil des Palasts von Mafra.

6. Nossa Senhora da Conceição, Beja

Das Convento de Nossa Senhora da Conceição in Beja (Alentejo) ist heute das Regionalmuseum von Beja, enthält aber in seinen Räumen die schönste Sammlung azulejo-gefliester Klosterinnenräume Portugals. Das Kloster aus dem fünfzehnten Jahrhundert ist bekannt durch den „Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne" — eine im siebzehnten Jahrhundert veröffentlichte Briefsammlung, die angeblich von einer Nonne aus diesem Kloster stammt.

7. Santa Cruz, Coimbra

Das Kloster Santa Cruz in Coimbra wurde 1131 gegründet und ist damit das älteste Kloster Portugals. Es beherbergt die Gräber der beiden ersten portugiesischen Könige — Afonso Henriques und Sancho I. — in prächtigen Renaissancesarkophagen. Die Sakristei und das Kapitel enthalten Azulejos des sechzehnten und achtzehnten Jahrhunderts von außergewöhnlicher Qualität. Das Kloster der Augustiner-Chorherren befindet sich im Herzen der Altstadt von Coimbra, wenige Schritte von der mittelalterlichen Universität entfernt.

8. São Bento da Vitória, Porto

Das Kloster São Bento da Vitória in Porto ist eines der größten Bauwerke der Stadt, gegründet 1597 auf dem Gelände einer älteren Kirche. Das ehemalige Benediktinerkloster ist heute ein Kulturzentrum und Konzertsaal, der besonders für seine außergewöhnliche Akustik bekannt ist. Die Klosterkirche aus dem siebzehnten Jahrhundert mit ihrer massiven Barockfassade ist täglich zugänglich.

9. Kloster Salzedas, Beira Alta

Das zisterziensische Kloster Salzedas in der Douro-Region wurde 1158 gegründet — eines der frühen zisterziensischen Häuser der Iberischen Halbinsel, gestiftet von einem Adligen aus dem Umfeld Alfons I. Das Kloster verfiel nach der liberalen Reform von 1834, die alle männlichen Klöster Portugals auflöste, und wurde teilweise restauriert. Es ist gelegentlich für Besucher zugänglich; die romanischen und gotischen Architekturteile sind von erheblichem historischen Wert.

10. Tibães, Braga

Das Kloster São Martinho de Tibães bei Braga war das Mutterhaus aller portugiesischen und brasilianischen Benediktinerabteien — eine Position, die es von 1567 bis 1834 hielt. Heute gehört das restaurierte Anwesen dem portugiesischen Staat und ist als Museum geöffnet. Die Barockkirche aus dem achtzehnten Jahrhundert und der weitläufige Garten sind besonders sehenswert. Benediktinermönche kehrten 1986 zurück und bewohnen einen Teil des Komplexes.

Vom Lesen zum Planen

Die wichtigsten manuelinischen Klöster verteilen sich auf ein enges Band entlang der Atlantikküste: Lissabon, Batalha, Alcobaça und Tomar sind in einem Tagesausflug kombinierbar. Braga und Coimbra erfordern separate Besuche. Alle zehn Standorte sind auf der Karte eingetragen.